Gesunder Schlaf bei älteren Menschen

23/01/2016 | By | Reply More

Gesunder Schlaf ist auch für Senioren wichtig, um ausgeruht den Tag beginnen zu können.

Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf, sagt der Volksmund. Aber stimmt das denn tatsächlich, dass Senioren ein geringeres Schlafbedürfnis haben?

Bei älteren Menschen liegt eine höhere Schlaflosigkeit vor als bei jüngeren Menschen.

© Seniorspezial.de

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Wir wissen, dass viele Betroffenen dann zu Medikamenten greifen und dass Ärzte allzu häufig Schlafmittel verschreiben, um die Schlafprobleme möglichst schnell zu lösen. Jedoch gilt gerade bei älteren Menschen, Medikamente zurückhaltend zu verschreiben. Zum einen nehmen die meisten dieser Patientinnen und Patienten ohnehin schon eine ganze Reihe von Tabletten gegen gesundheitliche Probleme im Alter ein, zum anderen haben ältere Menschen nicht selten Schwierigkeiten, den Überblick über ihre Medikamenteneinnahme zu behalten.

Schnell nehmen sie eine zu hohe Dosis ein und viele Ärzte kontrollieren die Einnahme dann nicht ausreichend. Gerade Schlafmittel aber haben ein hohes Suchtpotenzial und so rutschen nicht wenige alte Menschen in eine Medikamentenabhängigkeit ab. Dabei haben altersbedingte Schlafprobleme vielfältige Ursachen, die oft mit ein bisschen Geduld und Verständnis durchaus ohne Medikamente zu überwinden sind.



Die Bedeutung des Schlafs für ältere Menschen

Ein gesunder Schlaf ist unabhängig vom Alter wichtig für die körperliche Gesundheit und das seeliche Wohlbefinden. Im Alter ist eine ungestörte Nachtruhe besonders wichtig, weil sie die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung fördert und das Immunsystem stärkt und dadurch vor anderen Krankheiten schützt. Ältere Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, leiden auch häufiger unter Deprissionen, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, übermässiger Tagesschläfrigkeit, stürzen häufiger, haben eine höhere Schmerzempfindlichekeit und nehmen insgesamt mehr Medikamente ein als Personen, die einen guten Schlaf haben. Studien belegen, dass Schlafstörungen, sogar das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Brustkrebs bei Frauen und Übergewicht erhöhen können. Ärzte bezeichnen den Schlaf deshalb manchmal als Barometer für die Gesundheit eines Menschen.

Wie viel Schlaf benötigen ältere Menschen?

Das Schlafbedürfnis variiert zwar von Person zu Person, aber die meisten gesunden Erwachsenen benötigen etwa 7,5 bis 9 stunden Schlaf pro Nacht, um sich körperlich und seelisch wohlzufühlen. Forschungen legen nahe, dass gesunde ältere Menschen etwa 1,5 Stunden weniger Schlaf brauchen als jüngere Erwachsene. Sie fühlen sich meist nach 7,5 Stunden Schlaf pro Nacht ausreichend ausgeruht. Und viele brauchen sogar noch weniger schlaf, wenn sie eine gute Schlafqualität haben.

Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität entscheidet also letztlich über einen wohltuenden Schlaf. Manche Senioren glauben irrtümlich, dass sie Schlafprobleme habe, wenn sie weniger als acht oder neun Stunden schlafen. Dabei sollten sie eher darauf achten, ob sie sich nach dem Aufwachen unausgeruht und sich auch tagsüber müde fühlen. Solche Anzeichen können eher auf Schlafstörungen hindeuten, die auch angegangen werden sollten, als eine vermeintlich zu geringe Schlafzeit.

Der Schlaf verändert sich im Alter

Veränderungen in den Schlafgewohnheiten, in der Schlafzeit und im Schlafrhythmus sind im Alter natürlich und noch kein Grund zur Sorge. Der Körper produziert im Alter weniger Wachstumshormone und die Tiefschlafphasen nehmen ab, weniger Melanthonin führt zu Schlafunterbrechungen (kürzere Schlafzyklen) und auch die innere Uhr, die bestimmt, wann der Mensch schlafen geht und wieder aufwacht, verändert sich. Ältere Menschen stellen irgendwann fest, dass sie früher schlafen gehen und früher am Morgen wieder aufwachen.

Mit zunehmendem Alter benötigen wir weniger Schlaf. Das Schlafbedürfnis nimmt von Zeit zu Zeit ab.
Das Alter ist nicht entscheidend, ob man einen guten oder weniger guten Schlaf hat und auch nicht die Länge.

Wenn eine Schlafstörung vorliegt, dann kann das daran liegen, dass ältere Menschen früher ins Bett gehen und in den frühen Morgenstunden schon wieder wach sind bzw. mittags ein Nickerchen machen. Aus einer Studie von Surrey England geht hervor, dass das Schlafbedürfnis im Alter nach und nach abnimmt.

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Vor allem nimmt im Alter auch der Anteil des Tiefschafes ab, laut Forscher um Derk-Jan Dijk heraus. Von den 110 Teilnehmern wachten die älteren Personen nachts häufiger auf, als die etwas jüngeren Teilnehmer. Dennoch fühlten sich die Senioren tagsüber im Schnitt weniger häufig müde als die jüngeren Personen.

Bislang gibt es noch keine Erklärung für das nachlassende Schlafverhalten im Alter, so die britischen Schlafforscher. Sie gehen davon aus, dass aufgrund der altersbedingten Veränderung der Sexualhormone auch die Hirnveränderungen hier eine Rolle spielen.

Es wird davon ausgegangen, dass 10 % aller Deutschen, Österreicher und Schweizer an chronischen Schlafstörungen leiden. Es gibt mehrere Arten von Schlafstörungen und die Ursachen und Behandlungsmethoden unterscheiden sich bei jeder. Wir stellen Ihnen heute die zehn häufigsten vor.

Insomnie

Insomnie ist wahrscheinlich die häufigste Schlafkrankheit, sie drückt sich durch Einschlafschwierigkeiten und/oder Durschlafproblemen aus. Es gibt viele Arten von Insomnie, wie die Primäre Insomnie die keine körperliche Ursache hat, oder die Sekundäre Insomnie bei der gesundheitliche Probleme für die Störung verantwortlich sind. Insomnie kann kurzfristig auftreten (Akut) oder langfristig (chronisch).

Restless Legs Syndrom

Das Restless Legs Syndrom haben 2 bis 5 Prozent der Erwachsenen. Es wird charakterisiert durch das Jucken, Schmerzen und Brennen der Beine beim Einschlafen. Dies ist sehr unangenehm.

Schlafapnoe

Schlafapnoe tritt auf, wenn die oberen Atemwege eines Patienten in der Nacht blockiert sind, kurzfristige Atemaussetzer sind die Folge. Etwa 4 % der Männer und 2 % der Frauen leiden an Schlafapnoe, die schwere gesundheitliche Folgen haben kann.

Narkolepsie

Obwohl sehr selten ist Narkolepsie wahrscheinlich die gefährlichste Schlafkrankheit. Sie tritt auf, wenn jemand sich tagsüber extrem Müde fühlt. Er schläft dann sofort und ohne Vorwarnung ein.

Schlafwandeln

Schlafwandeln kommt meist bei Kindern vor und zeichnet sich durch Episoden aus, bei denen dass Kind herumläuft während es Schläft. Dies passiert meist während der ersten 3 Stunden des Schlafes und die Episoden dauern meist 10 Minuten oder weniger an.

Nykturie

Diese tritt vor allem bei älteren Menschen auf, diese Erkrankung ist dadurch charakterisiert, dass der Betroffene plötzlich nachts aufwacht und einen dringenden Harndrang verspürt.

Somniloquie

Bezeichnet eine Störung bei der im Schlaf gesprochen wird. Diese Störung ist sehr verbreitet und normalerweise kein Grund zur Sorge. Episoden von Somniloquie dauern meist eine halbe Minute oder weniger an.

Bruxismus

Von Bruxismus spricht man wenn der Betroffene nachts mit den Zähnen knirscht.

Störungen der Zirkadianen Rhythmen

Jet Lag, Schichtarbeit und Schwangerschaft können Störungen des Zirkadianen Rhythmus verursachen. Dies sind Störungen der inneren Uhr, die den Ablauf des täglichen Lebens verändert.

Tiefschlafstörung

Eine Tiefschlafstörung liegt vor, wenn die normalen Aktivitäten, die während der REM-Phase des Schlafes stattfinden, eben nicht stattfinden. Das kann dazu führen, dass Menschen ihre Träume im Schlaf ausleben, dies kann zum Teil auch gewalttätig sein.



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Category: Ratgeber&Tipps

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